Heeresmusikkorps 300

Kavalleriemusik geht zurück bis ins Mittelalter. Ihr „Feldspiel“ bestand aus der stolzen Zunft der Feldtrompeter und der unnahbaren Sonderstellung der Heerpauker. Ende des 17. Jahrhunderts verfügt jede Eskadron, die kleinste taktische Einheit der Kavallerie,  über 2 bis 4 berittene Trompeter. Ein Signal-Trompeter dieser Zeit musste mindestens 40 Signale auswendig beherrschen. So gaben sie die Befehle untereinander, musikalisch verschlüsselt, an die Truppe weiter.
Nur im Regimentsverband traten sie geschlossen als Trompeterkorps auf. Zum Paradieren und Präsentieren spielte man zunächst kunstvolle Fanfarensignale. Erst im Jahre 1825 stand jedem Regiment der Kavallerie ein Trompeterkorps in der Stärke von 20 Musikern zur Verfügung.
Die Entwicklung der Ventilblasinstrumente führte wenig später zu einer Erweiterung der Besetzung mit Tenor- und Bassinstrumenten. Diese berittenen Musikkorps konnten nun aus der schon reich vorhandenen Marschliteratur ihre Vortragswerke frei auswählen.
Während man bei den Fußtruppen ausschließlich zwischen Präsentiermärschen und Parademärschen unterscheidet, sind die Kavalleriemärsche deutlich einer Dreiteilung unterworfen, die durch die Bindung der Reitermärsche an die drei Gangarten des Pferdes „Schritt, Trab und Galopp“ gekennzeichnet ist.
Die im ruhigen Tempo gehaltenen Aufstellungsmärsche und die Parademärsche im Schritt mit ihrem würdigen und feierlichen Charakter bilden das Rückgrad der Kavalleriemärsche des 19. Jahrhunderts. Die Zahl der heute noch bekannten und gebräuchlichen Trab- und Galoppmärsche ist hingegen gering.
Die Kavallerietruppe wurde nach und nach durch mechanisierte und motorisierte Verbände ersetzt. Mit unserer Produktion wollen wir noch einmal an diese vergangene Zeit und den Pathos dieser stolzen Regimenter erinnern.

Robert Kuckertz
Oberstleutnant und Chef
Heeresmusikkorps 300